Die meisten Feuerwehren werden heute nicht in der Mehrzahl zu Bränden gerufen, sondern zu sogenannten technischen Hilfeleistungen. Diese sind zu einem großen Teil Verkehrsunfälle. Bei einem Unfall sichern die Feuerwehren die Unfallstelle ab, leuchten sie aus, binden ausgelaufene Kraftstoffe und stellen den Brandschutz sicher. Eine der Hauptaufgaben ist es aber, Menschen aus Fahrzeugen zu befreien.

Bei einem Unfall wird ein Fahrzeug je nach Geschwindigkeit und Aufprallwinkel hohen Kräften ausgesetzt, die das Metall, den Rahmen und die verbauten Kunststoffe verformen. Jeder hat wahrscheinlich schon Bilder von Autos gesehen, die kaum noch erkennbar waren. Durch diese Verformungen ist es oft unmöglich für Rettungssanitäter, einen Menschen aus dem Fahrzeug zu befreien. Da es keine Tür mehr gibt oder diese verklemmt ist, muss man neue Öffnungen schaffen.

Scheren schneiden Autodächer ab

Hier kommen die hydraulischen Spreizer und Scheren der Feuerwehr zu Einsatz. Diese werden entweder dazu benutzt, verbogene Metallteile auseinander zu biegen oder aber um Teile abzuschneiden. In den meisten Fällen wird bei einem Auto versucht, mit den hydraulischen Scheren das Dach abzuschneiden. Dabei werden die ersten Schnitte an den Verstrebungen der Windschutzscheibe gemacht und die zweiten an der so genannten A-Säule. Meistens kann das Dach dann von den Rettungskräften nach hinten weggebogen werden oder wird komplett angeschnitten.

Die klassischen Spreitzer, Scheren und Zylinder sind schwere Werkzeuge, die mit einer Hydraulikpumpe und einem Druck von 700 bar betrieben werden. Um den Druck aufrechtzuerhalten, werden sie meistens mit langen Schläuchen mit dem Feuerwehrfahrzeug verbunden, in dem sich ein Motor befindet. Meistens hat jedes Werkzeug seine eigene Pumpe, es gibt aber auch kleinere Kombimodelle.

Wesentlich flexibler sind neue akkubetriebene Rettungsscheren. Sie haben den Vorteil, dass die Entfernung zum Feuerwehrfahrzeug keine Rolle mehr spielt, allerdings auch den Nachteil, dass ihre Einsatzdauer begrenzt ist. Sie werden heute vor allem bei Massenunfällen eingesetzt und in Situationen, in denen die Schläuche nicht lang genug sind, um an die Einsatzstelle zu gelangen.